Die Folgen des Begehens von Sünden

•September 8, 2007 • Kommentar schreiben

Der große Gelehrte Ibn Al-Qayyim Al-Jauziyyah schrieb die folgenden Worte in einer berühmten Abhandlung, namens Al-Jawaab Al-Kaafi, als Antwort auf einen Brief, verfasst an Ihn von einer Privatperson, die einen Ratschlag suchte im Bezug auf die Frage, wie er sich von einer großen Sünde befreien kann.

Eins: Die Abwendung von Wissen
Wissen ist ein Licht, welches Allah (swt) in die Herzen wirft und Ungehorsam (gegenüber Allah) löscht dieses Licht. Imam Schaafi´i sagte: „Ich beklagte mich bei Waki über die Schwäche meines Gedächtnisses, also forderte er mich auf den Ungehorsam (Ungehorsam gegenüber Allah, der durch das verrichten von Sünden bewirkt wird) zu unterbinden und belehrte mich, dass Wissen Licht ist und dass Allahs Licht nicht den Ungehorsamen gegeben wird.“

Zwei: Die Abwendung von Nahrung
Ebenso wie Taqwa (Gottesfurcht) Nahrung bringt, so verursacht das Verlassen von Taqwa Armut. Es gibt nichts, dass in der Lage ist diese Nahrung zu bringen, wie das Verlassen von Ungehorsam.

Drei: Die Abwendung vom Gehorsam gegenüber Allah
Auch wenn es keine andere Strafe für Sünden geben würde, als dass es den Sünder vom Gehorsam gegenüber Allah abwendet, so wäre dies ausreichend.

Vier: Ungehorsam schwächt das Herz und den Körper
Das Schwächen des Herzens (durch Ungehorsam) ist eine Sache, die klar ist. Ungehorsam stoppt nicht die Schwächung bis das Leben des Herzens vollkommen beendet ist.

Fünf: Ungehorsam reduziert die Lebensdauer und löscht jeden Segen
Ebenso wie Rechtschaffenheit die Lebensdauer erhöht, so wird sie durch Sünden reduziert.

Sechs: Ungehorsam sät seinen eigenen Samen und hat seinen Ursprung in sich selbst bis man sich von ihm trennt. Und von ihm (der Ungehorsamkeit) herauszukommen wird schwer für den Diener.

Sieben: Sünden schwächen den Willen und die Entschlossenheit des Herzens, so dass das Verlangen nach Ungehorsam stark wird und das Verlangen nach Reue Stück für Stück schwächer wird, bis das Verlangen nach der Reue vollkommen vom Herzen verschwindet.

Acht: Jede Art von Ungehorsam ist eine Hinterlassenschaft eines Volkes inmitten der Völker, welche Allah (swt) zerstörte. Homosexualität ist eine Hinterlassenschaft der Leute von Lut (as). Das Nehmen von mehr als der eigentliche Anteil und das Geben von weniger, ist eine Hinterlassenschaft der Leute von Schu´ayb (as). Das Suchen von Größe und Macht im Land und das Verursachen von Korruption ist die Hinterlassenschaft der Leute des Pharao. Hochmut, Arroganz und Tyrannei ist die Hinterlassenschaft der Leute von Hud (as). Also trägt der Ungehorsame den Umhang dieser (ungehrosamen) Völkern, welche die Feinde Allahs (swt) waren.

Neun: Ungehorsam, vom Diener ausgehend, ist ein Anlass dafür, um von Allah in Verachtung gelassen zu werden. Al-Hasan Al-Basri sagte: „Sie werden verachtenswert in Allahs Angesicht, daher missachten sie Allah. Wären Sie ehrenhaft in Allahs Angesicht, dann hätte Allah Sie geschützt.“

Allah (swt) sagt: „Hast du nicht gesehen, daß sich vor Allah anbetend niederwirft, wer in den Himmeln und auf Erden ist – ebenso die Sonne und der Mond und die Sterne und die Berge und die Bäume und die Tiere und viele Menschen? Für viele aber ist die Strafe fällig geworden. Und wer von Allah erniedrigt wird, dem kann keiner Ehre geben. Wahrlich, Allah tut, was Er will.“ [Al-Hajj 22:18]

Zehn: Die Krankheitsauswirkungen des Sünders fallen auf die, die um Ihn sind. Die sich Ihm gesellen und somit auch an Seinen Sünden teilhaben. Wie es auch bei den Tieren resultiert, wenn sie von einem Leid getroffen werden.

Elf: Der Diener Allahs fährt mit seinen Sünden fort bis diese sehr leicht für Ihn werden und sie Ihm unwesentlich erscheinen und diese Sünde ist eine Sünde der Zerstörung. Immer wenn eine Sünde in der Sicht des Dieners unwesentlich erscheint, wird sie im Angesicht Allahs groß!

Ibn Masud (ra) sagte: „Gewiss, der Mumin sieht seine Sünden, als stände er am Fuße eines Berges, mit Angst erfüllt, dass dieser auf ihn stürzen wird. Während der Sünder seine Sünden wie eine Fliege betrachtet, welche an seiner Nase vorbei fliegt. Also versucht er sie loszuwerden indem er mit seiner Hand herum schwingt.“ [Buhari]

Zwölf: Ungehorsam erntet Erniedrigung und Demut. Ehre: Alles von ihr liegt in der Abhängigkeit von Allah. Abdullah Ibn Al-Mubaarak sagte: „Ich habe Sünden gesehen, die Herzen töteten und Erniedrigung wird geerntet bei deren Fortführung der Sünden. Das Verlassen von Sünden belebt das Herz und die Vorbeugung gegenüber der Seele ist besser für dieses (das Herz).“

Dreizehn: Ungehorsam verdirbt den Intellekt (bzw. Verstand). Der Intellekt hat Licht und Ungehorsam löscht dieses Licht. Wenn das Licht des Intellekts erloschen ist, wird es schwach und mangelhaft.

Vierzehn: Wenn der Ungehorsam ansteigt, wird das Herz des Gläubigen versiegelt, so dass er einer der Achtlosen wird. Allah (swt) sagt: „Nein, jedoch das, was sie zu tun pflegten, hat auf ihre Herzen Schmutz gelegt.“ [Al-Mutaffifin 83:14]

Fünfzehn: Sünden bewirken die unterschiedlichsten Arten der Verderbnis, die im Land vorkommen. Verdorbenheit des Wassers, der Luft, der Pflanzen, der Früchte und der Wohnstätten. Allah (swt) sagt: „Unheil ist auf dem Festland und auf dem Meer sichtbar geworden um dessentwillen, was die Hände der Menschen gewirkt haben, auf daß Er sie die (Früchte) so mancher ihrer Handlungen kosten lasse, damit sie umkehren.“ [Ar-Rum 30:41]

Sechzehn: Das Verschwinden von Schamhaftigkeit, welches ein wesentlicher Bestandteil im Leben eines Herzens ist und Basis von all dem Guten ist. Es ist authentisch vom Gesandten Allahs (saws) überliefert, dass er sagte: Imran ibn Husain (ra) berichtet, dass der Gesandte Allahs (saws) sagte: „Schamhaftigkeit kann nur Gutes einbringen.“ [Al-Bukhaari und Muslim] Nach Muslim sagte er (saws): „Schamhaftigkeit ist durch und durch gut.“, oder er (saws) sagte: „Jegliche Schamhaftigkeit ist gut.“ Ein Dichter sagte: „Und bei Allah, es ist nichts Gutes im Leben oder auf der Welt, wenn der Anstand verschwindet.“

Siebzehn: Sünden schwächen und reduzieren im Herzen des Dieners die Verherrlichung Allahs, dem Allmächtigen.

Achtzehn: Sünden sind der Grund dafür, dass Allah Seinen Diener vergisst (also nicht beachtet, denn Allah ist der Allwissende und vergisst niemals etwas). Ihn verlassend und sich selbst überlassend, um sich selbst gegenüber seiner Seele und seinem Schaytaan zu wehren. Und darin ist die Zerstörung, von der keine Erlösung zu erhoffen ist.

Neunzehn: Sünden entfernen den Diener vom Reich des Ihsan (Gutes tun) und er ist verhindert die Belohnung derer zu erlangen, die gutes tun. Wenn Ihsaan das Herz erfüllt, wird das Herz vor dem Ungehorsam behütet.

Zwanzig: Ungehorsam führt zum Einstellen von Allahs Huld und rechtfertigt Allahs Strafe. Kein Segen hört auf den Diener zu erreichen, mit Ausnahme in Folge einer Sünde und keine Strafe wird über ihn verhängt, mit Ausnahme in Folge einer Sünde.

Ali (ra) sagte: „Keine Prüfung Allahs kommt herab außer sie ist fällig bei einer Sünde und diese Prüfung kann nicht abgewendet werden außer durch Reue.“

Allah (swt) sagt: „Und was euch an Unglück treffen mag, es erfolgt auf Grund dessen, was eure Hände gewirkt haben. Und Er vergibt vieles.“ [Asch-Schura 42:30]

Und Allah (swt) sagt auch: „Dies (ist so), weil Allah niemals eine Gnade ändern würde, die Er einem Volk gewährt hat, bis sie sich selbst (zum Schlechten) verändern. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.“ [Al-Anfaal 8:53]

Möge Allah uns gnädig sein und uns helfen die Sünden zu verlassen, die die Gründe unserer Probleme sind. Aamiin.

Al-´Ubudiyyah – Die Bedeutun der Dienerschaft

•September 8, 2007 • Kommentar schreiben

´Ubudiyyah ist ein umfassendes Wort, welches die Bedeutung folgenden Verses ausdrückt: „…Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe…“ [Al-Faatiha, 1:5]

Es beinhaltet die Dienerschaft des Herzens, der Zunge und der Körperglieder gegenüber Allah Ta´ala (erhaben ist Er) . Die Dienerschaft des Herzens beinhaltet beides: Qawl (Rede) und ´Amal (Tat). Das Qawl des Herzens ist der Glaube (´Itiqaad), in dem, worüber Allah uns über sich selbst, Seinen Namen und Eigenschaften, Seinen Handlungen, Seine Engel und das, was er in seinem Buch offenbart hat, informiert hat, und den er „in den Mund“ seines Gesandten, Allahs Heil und Segen auf ihm, gelegt hat.

Die ´Amal (des Herzens) beinhaltet die Liebe zu Allah, das Vertrauen zu ihm, sich Ihm voller Reue zuzuwenden, Ihn zu fürchten, Geduld haben in dem, was er befiehlt und verbietet, Geduld mit seinen Urteilen zu haben und mit ihnen zufrieden zu sein, treu zu sein bzgl. Seiner Freude, vor Ihm Demut zu haben, sich vor Ihm zu entmachten und ruhig zu bleiben in Bezug auf Ihn.

Das Qawl der Zunge ist das zu übermitteln, was Allah (im Qur‘aan und in den authentischen Ahadith) über Sich, Seinen Namen und Eigenschaften, Seinen Handlungen, Seinen Befehlen, Seinen Verboten und all dem, was diesem Diin (Religion) nahe steht offenbart hat, zu ihm (dem Diin) zu rufen, ihn zu verteidigen, die falschen Neuerungen aufzudecken und die Erinnerung an ihn zu errichten und seine Befehle zu übermitteln.

Die ´Amal der Körperglieder beinhalten das Salah (Gebet), den Jihad, das Anwesend sein bei den Jumu’ah-Gebeten und dem Rest der Dschama´aat (Gemeinschaftsgebete), jenen behilflich zu sein, die nicht dazu in der Lage sind, und der Schöpfung mit Güte und Liebenswürdigkeit entgegenzutreten und andere solcher Taten. Diese umfassende Bedeutung von ´Ubudiyyah steht im Zusammenhang mit seinen spezifischen Arten. Die Menschen, welche unter diese Art von ´Ubudiyyah fallen, sind die Gläubigen, welche dem Diin Allah Ta´ala’s gehorchen, lieben und aufrichtig befolgen.

Die zweite Art von ´Ubudiyyah ist die allgemeine, welche jene ist, dass alle Lebewesen in den Himmeln und Erden Allahs erhabener Autorität und Kraft unterworfen sind; alles ist seinem Willen (und seiner) Autorität untergeordnet. Nichts geschieht oder hört auf zu geschehen, ohne Sein Tun. Sein ist das Königreich, und Er ordnet die Angelegenheiten so an, wie Er es wünscht. Diese Art von ´Ubudiyyah ist bekannt als die ´Ubudiyyah der Qahr (Unterwerfung) und Mulk (Herrschaft, Königtum, Besitztum, Meisterrang, etc.).

Also weist der Teil des Verses: „…Dir (allein) dienen wir…“ auf die ausdrückliche Einhaltung der vier Prinzipien der ´Ubudiyyah hin:

1. Das, was das Herz spricht.
2. Das, was das Herz tut.
3. Das, was die Zunge sagt und
4. Die Taten der Körperglieder.

Der andere Teil: „…und Dich (allein) bitten wir um Hilfe…“ hebt die Tatsache hervor, dass der Gläubige nur Allah Ta´ala bitten darf, ihm zu helfen die ´Ubudiyyah zu etablieren und bei der Ausführung all dessen weiterzumachen, was hierzu nötig ist.

Al-Fawaaid – Anmerkungen des Nutzens

•September 7, 2007 • Kommentar schreiben

Sechs Regeln des Lernens

Ibn al-Qayyim -Allahs Barmherzigkeit auf ihm- sagte: „Es gibt sechs Stufen des Wissens:
1. Fragen auf eine gute Art und Weise stellen.
2. Ruhig bleiben und aufmerksam zuhören.
3. Gut verstehen.
4. Sich alles gut einprägen.
5. Lehren.
6. (und das sind dessen Früchte): dem Wissen entsprechend handeln und sich an dessen Grenzen halten.“ [Miftaah Daar us-Saadah, S.283]

1. Früchte der Bescheidenheit

Ibn al-Qayyim -Allahs Barmherzigkeit auf ihm- sagte:
Einer der Salaf (frommen Vorfahren) sagte: „Wahrlich, ein Diener begeht eine Sünde, durch die er das Paradies betritt und ein anderer verrichtet eine gute Tat, durch die er zur Hölle gelangt.“ Man fragte ihn: „Wie kommt das?“ Da antwortete er: „Derjenige, der die Sünde begangen hat, denkt unaufhörlich daran; das bringt ihn dazu, sich davor zufürchten, sie zu bereuen, darüber zu weinen und beschämt zu sein vor seinem Herrn -dem Allerhöchsten- wegen dieser Sünde. Er steht vor Allah mit gebrochenem Herzen und demütig, mit gesenktem Kopf. Also war diese Sünde nützlicher für ihn als das Verrichten vieler Taten des Gehorsams (sie führen einen Diener zu Glück und Erfolg), denn sie brachte ihn zu Demut und Bescheidenheit und zwar derart, dass diese Sünde der Grund für das Betreten des Paradieses war. Der Täter der guten Tat jedoch betrachtet seine gute Tat nicht als eine Gunst seines Herrn. Statt dessen wird er arrogant und staunt über sich selbst, indem er sagt: „Ich habe das und das erreicht, und dies und das.“ Das steigert seine Selbstverherrlichung, seinen Stolz und seine Arroganz – so sehr, dass dies zum Auslöser wird für seinen Untergang.“ [Al-Waabil us-Sayyib min al-Kalim it-Tayyib, S. 15]

2. Reinigung der Herzen

Ibn al-Qayyim -rahimahullah- sagte:
„Es gibt keinen Zweifel daran, dass (auch) das Herz mit Rost bedeckt wird, ebenso wie metallenes Geschirr – Silber und ähnliches – rostig wird. Der Rost des Herzens kann durch Dhikr (Erinnerung an Allah) entfernt werden, denn Dhikr poliert das Herz, bis es wie ein leuchtender Spiegel wird. Wenn Dhikr aber vernachlässigt wird, kommt der Rost zurück; und wenn man wieder damit beginnt, wird es sauber. Ein Herz wird vor allem aus zwei Gründen rostig: Ma´siyyah (Sünden) und Ghafla (Vernachlässigung der Erinnerung an Allah). Ebenso kann es durch zwei Dinge gereinigt und poliert werden: Istighfar (Allahs Vergebung suchen) und Dhikr. [Al-Waabilus-Sayyib, S.80]

3. Anstrengung gegen das Selbst

Ibn al-Qayyim -rahimahullah- sagte:
„Anstrengung gegen die Seelen umfasst vier Stufen:

1. Das Streben nach dem Erlernen von Leitung und der Religion der Wahrheit, ohne die es keinen Erfolg gibt. Wahrlich, es gibt kein wahres Glück oder jegliche Freude in dieser Welt und im Jenseits, außer durch sie.

2. Das Streben danach, nach dem zu leben, was erlernt wurde, denn Wissen ohne Taten hat keinen Nutzen, statt dessen verursacht es Schaden.

3. Das Streben danach, andere dazu einzuladen und jene zu unterrichten, die es nicht wissen, ansonsten wird man zu denen gezählt, die verbergen, was Allah an Leitung und klarer Erläuterung offenbart hat. Ein solches Wissen hat weder einen Nutzen, noch schützt es eine Person vor der Strafe Allahs.

4. Das Streben danach, geduldig zu sein und durchzuhalten gegen solche, die seine Da´wa (Ruf) zu Allah anfechten und denen, die danach trachten, Schaden zu verursachen. Das geduldige Ertragen all dieser Schwierigkeiten um Allahs willen.

Wenn diese vier Stadien vollständig abgeschlossen sind, dann wird diese Person zu den Rabbaaniyun gezählt. Die Salaf waren sich einig, dass ein Gelehrter den Titel eines Rabbaani nicht verdient, bis er die Wahrheit erkennt und weiß, danach handelt und andere darüber unterrichtet. Also ist jeder, der Wissen besitzt, danach handelt und sein Wissen an andere weitergibt, einer der Rabbaniyun.“ [Zaad ul-Maad fi Hadii Khayr il-Ibaad, S.9-11]

4. Die Versuchungen (Fitan) des Herzens

„Versuchungen und Sorgen werden dem Herzen vorgelegt – so verschlungen wie eine Schilfmatte, Stängel für Stängel. Jedes Herz, das diesen Versuchungen erliegt, erhält (in seinem Inneren) ein schwarzes Zeichen. Jedes Herz aber, das ihnen widersteht, erhält ein weißes Zeichen. Das Resultat dessen ist, dass es zwei Arten von Herzen gibt: das eine weiß wie ein weißer Stein – welchem durch Versuchungen kein Schaden zugefügt wird, solange die Himmel und die Erde bestehen; und das andere dunkel und rostig, wie ein umgeworfenes Schiff – unfähig das Gute zu erkennen oder das Schlechte abzuwehren, sondern statt dessen ganz in Anspruch genommen von seinen Begierden.“ [Sahih Muslim]

Ibn al-Qayyim -Allahs Barmherzigkeit auf ihm- sagte, wobei er den vorangehenden Hadith kommentierte: „Die Fitan (Versuchungen) die den Herzen vorgelegt werden und die der Grund ihrer Schwäche sind:

1. die Versuchungen in Bezug auf Schahwah (schlechte Begierden) und
2. die Versuchungen in Bezug auf Schubhah (Zweifel).

Also verursacht die erste Vorsätze und Wünsche, welche verworfen werden müssen, während die zweite Wissen und Glaube erzeugt, welche verworfen werden müssen.“

Über diese Versuchungen sprechend sagte er -rahimahullah-: „Herzen – wenn sie solchen Fitan (Versuchungen) ausgesetzt sind – unterteilen sich in zwei Arten:

Der erste Typ ist: ein Herz, dass, wenn es solchen Versuchungen ausgesetzt wird, diese aufnimmt wie ein Schwamm das Wasser aufsaugt, und in ihm einen schwarzen Fleck zurücklässt. Ein solches Herz saugt die verschiedenen Versuchungen auf, die ihm vorgelegt werden, bis es dunkel und verdorben ist – das ist, was mit einem „umgeworfenen Schiff“ gemeint ist.“

Wenn dies eintritt, packen zwei gefährliche und tödliche Krankheiten das Herz und stürzen es in Zerstörung:

1. das Durcheinanderbringen von Gut und Böse, so dass es weder das Gute erkennt noch das Schlechte ablehnt. Diese Krankheit ergreift so von ihm Besitz, dass es das Gute für schlecht und das Schlechte für gut hält, Sunnah für Bida´ah (Neuerung) und Bida´ah für Sunnah, Wahrheit für Falschheit und Falschheit für Wahrheit.
2. sich Richten nach seinen Launen und Begierden, über und gegen das, was Allahs Gesandter, Allahs Heil und Segen auf ihm, überbrachte – ein Sklave seiner Launen und Begierden und auch von ihnen geleitet.

Der zweite Typ ist: ein weißes Herz, in dem das Licht des Imaan hell ist, und dessen Strahlen leuchtend ist. Wenn diesem Herz also Versuchungen vorgelegt werden, widersteht es diesen und wendet sich von ihnen ab. Das vergrößert sein Licht weiter und sein Leuchten und seine Kraft.“ [Ighaathat ul-Luhfaan, S.39-40]

5. Vier Prinzipien der ´Ibaadah (Gottesdienst, Dienerschaft)

„Die Aayah (Vers des Qur’aans): ‘Dich allein verehren wir.’ (Al-Faatiha, 1:5) ist auf vier Prinzipien aufgebaut: Feststellen, was Allah und sein Gesandter lieben, und womit sie zufrieden sind von…
1. den Worten des Herzens und
2. den Worten der Zunge und
3. den Taten des Herzens und
4. den Taten der Glieder.

Also ist Al-´Ubudiyyah (Knechtschaft und Sklaverei für Allah) ein umfassender Begriff für all diese Etappen. Derjenige, der sie verwirklicht, hat wahrlich dies verwirklicht: ‘Dich allein verehren wir.’

Die Worte des Herzens: das ist ´Itiqaad (Überzeugungen) an das, was Allah, der Vollkommene, unterrichtet über sich selbst; betreffend seiner Namen, seiner Attribute, seiner Taten, seiner Engel und alles, was Er durch die Zunge seines Gesandten, Allahs Heil und Segen auf ihm, herabgesandt hat.

Die Worte der Zunge: das ist, zu informieren und zu übermitteln (was Allah offenbart hat), dazu aufzurufen, es zu verteidigen, falsche Neuerungen zu erklären, die dagegen stehen, seine Erinnerung zu festigen und zu übermitteln, was es erfordert.

Die Taten des Herzens: z.B. Liebe für Ihn, Vertrauen auf Ihn, Reue Ihm gegenüber, Angst und Hoffnung vor Ihm, den Diin für Ihn rein und aufrichtig machen, geduldig sein mit dem, was Er befiehlt und verbietet, geduldig sein mit dem, was Er festlegt und zufrieden sein damit, Treue und Feindschaft zu haben um Seinetwillen, sich vor Ihm demütig zu verhalten und bescheiden zu sein vor Ihm, durch Ihn gelassen zu werden und weitere Taten des Herzens, die eigentlich mit den Taten der Glieder verknüpft sind. Und Taten der Glieder ohne Taten der Herzen sind von geringem, wenn überhaupt von irgend einem Nutzen.

Die Taten der Glieder: z.B. Salaah (Gebet) und Jihaad, teilnehmen am Jumu´ah (Freitagsgebet) und Zusammensein mit der Jamaa´ah (Gemeinschaft), denen zu helfen die unfähig sind und Freundlichkeit und Güte zur Schöpfung zeigen und weiteres.“ [Madaaridsch us-Salikiin, 1/100-101]